Marken-Murks
Microsoft verklagt Apple
In Redmond hätte man auch gern einen App Store
Apple macht vieles richtig. Das kommt unter anderem in den aktuellen Gewinnzahlen des amerikanischen Vorzeigeunternehmens zum Ausdruck – aktuelles Umsatzplus: 71 Prozent (!). Apples Geschäftspolitik mag umstritten sein – unumstritten ist, dass sich Apple-Chef Steve Jobs mit seinem App Store eine goldene Nase verdient. Mit der Kampagne „Back to the Mac" ist ihm erneut ein Geniestreich gelungen. Apple integriert seinen Goldesel App Store in das Betriebssystem MacOS und schneidet sich so ein weiteres fettes Stück vom Softwarekuchen ab.
Harley Davidson
Von der Kultmarke zur Melkkuh
Je populärer die Marke, desto größer ist die Versuchung, sie auf neue Geschäftsfelder auszudehnen, um dort zusätzliche Gewinne einzustreichen. So vermarkten Modelabels mit ihrem exklusiven Image neben Kleidung und Accessoires auch Handtaschen, Duftwässer und Sonnenbrillen. Und Tabakmarken mit ihrem maskulinen Touch verkaufen Outdoorfashion. Doch Vorsicht, denn
WENN SICH EIN ÖLMULTI UM DIE KOHLE SORGT
Krisenmanagement bei BP
Wissen Sie wofür das Kürzel BP steht? Für „Big Problems“. Oder „Blind Profit“. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist nicht nur eine Tragödie für Mensch und Natur. Sie offenbart auch wie hilflos und hirnlos die Verantwortlichen in der BP-Konzernleitung mit der Situation umgehen. Im Vordergrund steht nicht etwa die Sorge um die desaströse Auswirkung auf den Lebensraum unzähliger Menschen und Tiere. Den Herren an der Konzernspitze geht es um Wichtigeres: um Profit.
WIE MAN ZUR UNBELIEBTESTEN MARKE DER WELT WIRD
BP und die Logo-Verhunzer
Schmieriger, giftiger Ölschlamm sprudelte wochenlang ungehindert in den Golf von Mexiko. Die Öffentlichkeit ist empört, die Politik machtlos. Das Image des britischen Ölmulti fällt schneller als der Aktienkurs. Doch spektakuläre Protestaktionen, wie bei der geplanten Versenkung der Shell-Plattform Brentspar 1995, gibt es kaum. Die Welt hat sich verändert, die Proteste werden subtiler.
Wie eine Stadt baden geht
Konstanz, die Stadt am Formaldehyd
Das schöne Konstanz, die Stadt am See. Neben der beneidenswerten Lage am malerischen Bodensee hat Konstanz noch mehr zu bieten. Eine Elite-Uni zum Beispiel. Daher sieht sich Konstanz auch als "Stätte für Spitzenforschung, innovative Technologien und Wirtschaftsunternehmen“. Um dies angemessen zu würdigen, erklärte man 2009 zum "Jahr der Wissenschaft". Eine großartige Plakataktion sollte "Konstanz bundesweit als innovativen Wissenschafts- und Forschungsstandort ins Bewusstsein bringen". Die Aktion geriet zum peinlichen Patzer...
Kreatives Vakuum
Die langweiligsten TV-Zeitschriften aller Zeiten

Wussten Sie schon, dass es nirgends auf der Welt so viele Programmzeitschriften gibt wie in Deutschland? Die 34 derzeit erhältlichen Titel erscheinen in einer Auflage von insgesamt 18 Millionen und erreichen mehr als doppelt so viele Leser. Ein hart umkämpfter Markt also. Da sollte man meinen, dass die Verlage alles daran setzen, um ihr Produkt von der Konkurrenz abzugrenzen, stimmt‘s? Doch weit gefehlt!
Wie man sein Porsche-Image ruiniert
Anders wär‘s besser
Der letzte Akt eines groteskes Wirtschafts-Dramas. Was als Husarenstück mit der geplanten Übernahme des fünfzehn Mal größeren Volkswagenkonzerns durch Porsche begann, entwickelte sich zum unsäglichen Hauen und Stechen zwischen Patriarchen, Politikern, Finanzstrategen und Wüstensöhnen. David kauft Goliath? Zu schön, um wahr zu sein.
Wie man nicht verstanden wird
Das Kauderwelsch der Unverbesserlichen
Die Poeten der modernen Werbesprache haben die kreativen Wortschöpfungen entdeckt. Dass dabei das Kulturgut Sprache auf der Strecke bleibt, gehört zum Kalkül. Verona Feldbusch dozierte trapattonihaft: “11880 – da werden Sie geholfen”. Visa mutierte zu „Deutschlands meiste Kreditkarte“ und strapazierte mit dem sündigen Syntax die Herzkranzgefäße pensionierter Deutsch-Lehrer. Und Lidl-Reisen wollen "einfach urlaubiger" sein. Sprachschluderei oder genialer Wortwitz? Das entscheidet der jeweilige Standpunkt. Doch seit Anglizismen-Wahn und Fachtermini Einzug hielten, ist es mit der Verständigung vorbei. Eine Studie zeigt, was die Verbraucher noch verstehen: Bahnhof.
Schunkellieder-Poesie in der Werbung
Der Club der tumben Dichter
Wussten Sie, dass die Wurzeln des Begriffs Slogan aus dem Gälischen stammen? Er diente als Schlachtruf gälischer Krieger und als Motivationshilfe, um sich schwerbewaffnet auf die Feinde zu stürzen. Heute dient der Slogan in Politik und Werbung dazu, sich auf Wähler und Verbraucher zu stürzen. Er verdichtet komplexe Argumente auf die kompakteste Form – quasi die rhetorische Entsprechung zur Streitaxt.
Wenn man sein Logo teilen muss
Krieg der Tatzen
1978 wurde in Berlin die links-alternative Tageszeitung gegründet, besser bekannt unter der Abkürzung taz. Das selbstverwaltete Zeitungsprojekt verstand sich als Gegengewicht zur herrschenden bürgerlichen Presse und als Sprachrohr für Studenten und die linke Szene. Nun musste ein aussagefähiges Markenzeichen her, das den progressiven Charakter des Bohème-Blattes zum Ausdruck brachte. Noch ahnte niemand etwas vom verhängnisvollen Fehler...
Wie man eine Marke ruiniert
Echte Kerle und falsche Kamele

Mit welchem Argument verkauft man ein so überflüssiges Produkt wie Zigaretten? Mit gar keinem. Man schafft eine Marke und lädt diese emotional so lange auf, bis die Kausalkette zwischen Fluppe und Bedürfnis im Gehirn des Verbrauchers unlösbar verankert ist. Marlboro beispielsweise steht für Ursprünglichkeit, Freiheit und grenzenloses Abenteuer. Alles Attribute purer Männlichkeit und unerfüllten Sehnsüchten des von Normen und Bürokratie geplagten Stadtmenschen. So wurde der Marlboro-Cowboy zur personifizierten Freiheit. Auch Konkurrenzmarke Camel nutzte erfolgreich das Konzept vom ungezähmten Einzelgänger. Bis man auf Klamauk setzte – dann war Schluss mit lustig.
Wie man Glaubwürdigkeit zerstört
Wir können alles ... außer Marken führen
Der wertvollste Besitz des Unternehmens ist seine Marke. Und der wertvollste Besitz der Marke ist ihre Glaubwürdigkeit. Diese simple Formel scheint manchem Konzernlenker offenbar entschlüpft zu sein, denn der Umgang mit dem zerbrechlichen Gut zeugt von entspannter Sorglosigkeit. Manch einer schießt sich dabei ins eigene Knie...
Phrasendreschen als Marketingtrend
Klartext

Es könnte so einfach sein: Ein Sender (Kommunikator) richtet eine Botschaft an einen Empfänger (Kommunikant), um eine Wirkung zu erzielen. Das nennt man Kommunikation.
Soweit die Theorie.
Wie man sich beweihräuchert
Zahnbürste dabei?
Stellen Sie sich vor, Sie stehen an der Bäcker-Theke und verlangen, aufs Backwerk zeigend: „Drei Mohnbrötchen, bitte.“ Da stürzt der Bäcker hinterm Tresen hervor und zerrt Sie in die Backstube, um Ihnen seinen neuen Backofen zu zeigen. Anschließend drängt er Sie ins Lager, um ein bisschen mit seinen Mehlsäcken anzugeben und kokettiert schließlich mit seinen tollen Backblechen. Was würden Sie da denken? Der Mann leidet unter massiver Hirnerweichung?



