WENN SICH EIN ÖLMULTI UM DIE KOHLE SORGT

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Krisenmanagement bei BP

Wissen Sie wofür das Kürzel BP steht? Für „Big Problems“. Oder „Blind Profit“. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist nicht nur eine Tragödie für Mensch und Natur. Sie offenbart auch wie hilflos und hirnlos die Verantwortlichen in der BP-Konzernleitung mit der Situation umgehen. Im Vordergrund steht nicht etwa die Sorge um die desaströse Auswirkung auf den Lebensraum unzähliger Menschen und Tiere. Den Herren an der Konzernspitze geht es um Wichtigeres: um Profit.

In blasierter Weise mokiert sich BP über die schlechte Entwicklung seiner Aktie. So meldete kürzlich der Nachrichtensender N24:
„Mit großer Überraschung blickt der britische Ölgigant BP auf den Sturz seiner Aktien und findet keine Erklärung dafür. Die Ölpest kann es nicht sein, schließlich habe man genug Geld, heißt es. Man kenne keinen Grund, der den aktuellen Absturz rechtfertigt, teilte das Unternehmen in London mit. BP verfüge über ausreichend finanzielle Mittel, um alle Kosten des Unfalls zu tragen.“

Die Aktie von BP war in New York um knapp 15 Prozent eingebrochen. In London brach das Papier um rund sieben Prozent auf 366 Pence ein. Vor der Ölkatastrophe hatte das Papier noch mehr als 650 Pence gekostet. Der Marktwert des Unternehmens fiel damit um knapp 44 Prozent auf zuletzt rund 74 Milliarden Pfund (rund 90 Mrd Euro).

Ja geht es denn noch blöder? Dieses Statement offenbart die perfide Haltung des Ölkonzerns und ist eine Ohrfeige für jedes Opfer dieser unsäglichen Katastrophe.
Wir stehen diesem bizzaren Schauspiel freilich machtlos gegenüber. Das Ölkatastrophenspektakel verschwindet aus den Medien und man geht zum Tagesgeschäft über. In Deutschland vertreibt BP seinen Sprit an den ARAL-Tankstellen. Wer dort noch tankt ist selbst schuld.